Alte Zementfliesen sind gepresste, ungebrannte Platten aus pigmentiertem Zement, hergestellt zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1960er- oder 1970er-Jahren. Man erkennt sie an der matten, unglasierten Oberfläche, an der mehrere Millimeter starken Farbschicht, die an der Kante sichtbar ist, und an der grauen Rückseite aus Zement. Hier erklären wir, wie man sie bestimmt, was sie wert sind, wie man sie restauriert und wann es sich lohnt, sie nachfertigen zu lassen.
Was gilt als alte Zementfliese?
Als alt gilt eine Fliese, die in der Zeit der historischen Zementfliesenfabriken entstanden ist: von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er- und 1970er-Jahre, als Terrazzo und Steinzeug sie verdrängten. Was danach hergestellt wurde, ist eine neue Fliese, auch wenn sie ein Muster von 1900 wiedergibt.
Die Technik hat sich nicht verändert: Eine Schicht aus weißem Zement, Marmormehl und Pigmenten wird in eine Form gegossen, in der eine Messingschablone die Farben voneinander trennt, und in einer hydraulischen Presse verdichtet – daher der Name „hydraulische Fliese“. Anschließend bindet sie ab, ohne je in einen Ofen zu kommen. Es ist dasselbe Verfahren, das wir in unserer Werkstatt in Sevilla anwenden; seine Entwicklung schildern wir in der Geschichte der Zementfliese.
In Spanien heißt die Zementfliese je nach Region mosaico hidráulico oder suelo hidráulico (hydraulisches Mosaik, hydraulischer Boden), losetas oder racholas (auf Katalanisch rajoles hidràuliques antigues). Wer nach azulejos hidráulicos antiguos sucht, meint genau diese Fliesen, obwohl ein azulejo streng genommen eine glasierte, gebrannte Keramikfliese ist. Und „hydraulisch“ heißt nicht wasserdicht: Die Fliese ist porös und wird imprägniert.
Wie erkennt man, ob ein Zementfliesenboden alt ist?
Einen alten Zementfliesenboden erkennt man an Kante, Rückseite und Abnutzung: Die Farbe reicht mehrere Millimeter tief in die Fliese hinein, die Rückseite ist grauer Zement mit Sand, und das Muster ist dort stärker abgelaufen, wo viel gelaufen wird. Keramische Imitate fallen bei allen drei Prüfungen durch. Diese Liste gehen wir mit einer Fliese oder einem Foto durch:
- Matte Oberfläche ohne Glasur. Fühlt sich wie feiner Zement an, leicht saugfähig, nie wie Glas.
- Die Farbe hat Tiefe. An der Kante reicht die farbige Schicht meist 3 bis 5 mm tief; bei Keramik im „Zementfliesen-Look“ ist das Muster ein Druck von wenigen Zehntelmillimetern.
- Rückseite aus grauem Zement. Rau, mit sichtbarem Sand und manchmal mit dem Stempel der Fabrik. Eine glatte Rückseite aus keramischem Scherben spricht klar dagegen.
- Ungleichmäßige Dicke. Alte Fliesen sind etwa 2 cm dick oder dicker, gegenüber 1,5–1,8 cm bei heutigen Fliesen, und weichen untereinander um ein bis zwei Millimeter ab.
- Verlaufene Farben. Beim Abziehen der Schablone dringt eine Farbe leicht in die benachbarte ein; bei einem Imitat ist die Linie perfekt, oder der Fehler wiederholt sich identisch.
- Ungleichmäßige Abnutzung. Vor den Türen verblasst das Muster, unter den Möbeln bleibt es erhalten; eine aufgedruckte Alterung zeigt auf allen Fliesen dieselbe Abnutzung.
- Wassertropfen und Fuge. Wasser dunkelt die Oberfläche ab und zieht langsam ein. Außerdem wurden diese Böden mit engen Fugen von 1–2 mm auf ein Bett aus Kalk- oder Zementmörtel verlegt.
Kein Merkmal reicht für sich allein: Eine heute gefertigte Fliese erfüllt die ersten vier. Das Alter verrät erst das Gesamtbild und vor allem die echte Abnutzung.
Einen Zementfliesenboden nach Jahrzehnten datieren
Die Muster folgten der Mode und geben deshalb Hinweise auf die Entstehungszeit. Mit einer Einschränkung: Die Fabriken legten ihre Kataloge jahrzehntelang neu auf, deshalb grenzt die Tabelle den Zeitraum ein, belegt ihn aber nicht.
| Zeitraum | Typische Motive | Farben | Kontext |
|---|---|---|---|
| 1860–1895 | Friese, Mäander, Rosetten, Marmorimitation | Ocker, Oxidrot, Schwarz, Grau | Erste Fabriken; dicke Fliesen |
| 1895–1915 | Stilisierte Blumen, geschwungene Stängel, Sechsecke | Grün, Blau, Rosa, zartes Gelb | Modernisme (Jugendstil): die Blütezeit |
| 1915–1936 | Reine Geometrie, Würfel, Zickzack, Schachbretter | Schwarz, Weiß, Grau und Rot im Kontrast | Noucentisme und Art déco |
| 1940–1960 | Vereinfachte Muster, Karos, Marmorierungen | Gedämpfte Grau- und Brauntöne | Nachkriegszeit: günstige Produktion |
| 1960–1975 | Einfarbig, marmoriert, Panot-Gehwegplatten | Grau- und Brauntöne | Niedergang: Terrazzo und Steinzeug setzen sich durch |
Was ist ein alter Zementfliesenboden wert?
Das hängt von vier Faktoren ab: Zustand, Muster, Menge und ob der Boden noch verlegt ist. Für alte Zementfliesenböden gibt es keinen Richtpreis, und ein vollständiger Boden an Ort und Stelle ist mehr wert als dieselben Fliesen im ausgebauten Zustand: Beim Herausreißen bricht ein Teil, und die Komposition aus Fliesenteppich, Bordüre und Grundfläche geht verloren.
- Zustand. Entscheidend ist die verbliebene Farbschicht, nicht der Schmutz: Unter einer Kruste aus alten Wachsschichten können drei Millimeter Muster unversehrt sein.
- Muster. Gängige Modelle gibt es im Handel mit historischen Baustoffen reichlich; gesucht sind Entwürfe von Architekten, Fliesenteppiche mit Bordüre und Ecken sowie seltene Farben.
- Menge. Ein kleiner Posten reicht für einen Fliesenteppich, eine Tischplatte oder eine Küchenrückwand; um einen ganzen Raum zu belegen, braucht man genügend Quadratmeter plus Reserve für Bruch.
- Verlegt oder ausgebaut. Händler für historische Baustoffe verkaufen vom Mörtel gereinigte Posten nach Quadratmetern. In einem historischen Gebäude hat der Boden zudem Denkmalwert, und in geschützten Altstädten können kommunale Vorschriften seinen Erhalt verlangen.
Einen alten Zementfliesenboden restaurieren oder ersetzen?
Restaurieren Sie den Boden, wenn er fest haftet, trocken ist und die Farbschicht noch erhalten ist. Ersetzen Sie ihn oder lassen Sie ihn nachfertigen, wenn ungelöste aufsteigende Feuchtigkeit vorliegt, so viele Fliesen gebrochen sind, dass sich nicht genug Ersatz beschaffen lässt, oder das Muster in den Laufzonen verschwunden ist. Am häufigsten ist der Mittelweg: das Vorhandene restaurieren und mit neuen Fliesen ergänzen.
Restaurieren lohnt sich, wenn die Fliesen beim Abklopfen voll klingen, sich nichts aufwölbt, die Fehlstellen auf wenige Punkte beschränkt sind und der Schmutz nur oberflächlich ist: Wachse, Lack oder Vinylkleber, unter denen die Farbe zum Vorschein kommt, sobald man eine Ecke reinigt.
Nachfertigen oder Ersetzen ist die bessere Wahl, wenn:
- der Boden auf großen Flächen hohl klingt oder sich bewegt: Der Mörtel hat sich gelöst, und das Schleifen würde die Fliesen brechen.
- es Ausblühungen, dunkle Flecken oder zerfallende Fliesen gibt: Das Wasser steigt kapillar auf, und das muss vor dem Boden gelöst werden.
- die Baumaßnahme verlangt, ihn für Leitungen, Dämmung oder Fußbodenheizung aufzunehmen, oder mehr Fliesen fehlen, als sich wiederbeschaffen lassen. Man kann ihn aufnehmen und neu verlegen, indem man die Fliesen von unten heraushebelt, doch ein Teil bricht dabei.
Und bevor Sie etwas abreißen, sehen Sie nach, was darunter liegt: In Sevilla kommen unter Terrazzo und Vinyl immer wieder unversehrte Zementfliesenböden zum Vorschein.
Alte Zementfliesen Schritt für Schritt restaurieren
Die richtige Reihenfolge lautet: Befundung, säurefreie Reinigung, Abbeizen, Reparatur, Verfugen, Schleifen nur bei Bedarf und eine diffusionsoffene Imprägnierung auf trockenem Boden. Wer davon abweicht – imprägniert, bevor gereinigt ist, oder lose Fliesen schleift –, ruiniert Böden, die hundert Jahre lang gut gehalten haben.
- Befundung. Fotografieren Sie das Verlegebild – Fliesenteppich, Bordüre, Ecken und Grundfläche –, bevor Sie irgendetwas anfassen. Klopfen Sie Fliese für Fliese ab, um die hohl liegenden zu finden, messen Sie die Feuchtigkeit und zählen Sie die Fehlstellen.
- Gründliche Reinigung. Lauwarmes Wasser, Neutralseife oder ein milder alkalischer Reiniger, eine Borstenbürste und mehrmaliges Nachspülen. Keine Salzsäure, kein Essig, kein Entkalker und keine konzentrierte Chlorbleiche: Säure verätzt die Farbschicht, Chlorbleiche lässt die Pigmente verblassen.
- Abbeizen. Auf diesen Böden sammeln sich oxidiertes Wachs, Lack und – wenn sie einmal mit Vinyl oder Teppichboden belegt waren – Kleber. Das alles wird mit einem säurefreien Abbeizer entfernt. Für den Schleier einer frischen Baustelle braucht es einen Bauschlussreiniger, der für Zementfliesen geeignet ist.
- Reparatur. Hohl liegende Fliesen werden aufgenommen, indem man die Fuge mit einer dünnen Trennscheibe aufschneidet; dann wird ihre Rückseite gereinigt, und sie werden mit flexiblem Fliesenkleber neu verlegt. Gebrochene Fliesen werden durch Reservestücke oder neue Fliesen mit demselben Muster ersetzt, wobei der Mörtel den Dickenunterschied ausgleicht.
- Feine Verfugung. Feiner Zementfugenmörtel in einem Ton, der dem Grund des Musters ähnelt; den Überschuss abnehmen, bevor er aushärtet. Ist die Fliese sehr offenporig, tragen Sie vorher eine Schicht Versiegelung auf.
- Schleifen, nur wenn nötig. Nass und mit immer feinerer Körnung, wenn die Oberfläche uneben ist. Jeder Durchgang trägt Farbe ab: Nicht schleifen, wenn an der Kante weniger als 2 mm übrig sind, wenn Fliesen lose sind oder wenn Sie die Patina erhalten wollen.
- Trocknen und Imprägnieren. Lassen Sie den Boden 24–48 Stunden trocknen und tragen Sie eine diffusionsoffene wasser- oder ölabweisende Imprägnierung auf, die in die Poren eindringt, ohne einen Film zu bilden; zum Abschluss Naturwachs, das Sie alle 6–12 Monate erneuern. Die Produkte finden Sie in unseren Ratgebern zur Pflege von Zementfliesenböden und zur Behandlung von Fliesen.
Fehler, die einen alten Zementfliesenboden ruinieren
- Salzsäure, Essig oder Entkalker: Säure zerfrisst den Zement und hinterlässt das Muster für immer stumpf und fleckig.
- Filmbildende Lacke und Harze auf einem feuchten Boden: Sie werden weiß und blättern ab.
- Trockenschleifen mit Parkettschleifmaschine oder Winkelschleifer: kreisförmige Kratzer und verlorene Farbe.
- Kristallisieren wie bei Marmor oder Imprägnieren auf feuchtem Boden: weißliche Schleier, die sich kaum mehr beheben lassen.
Lassen sich alte Muster mit neuen Fliesen nachfertigen?
Ja. Jedes alte Zementfliesenmuster lässt sich mit derselben Technik neu fertigen: Es wird maßstäblich gezeichnet, die Messingschablone für die Form wird gebaut, und dann wird Fliese für Fliese gepresst. In unserer Werkstatt gehen wir von einer Originalfliese aus – auch wenn sie gebrochen ist – oder, falls es keine gibt, von frontal aufgenommenen Fotos bei Tageslicht, den genauen Maßen und den zugehörigen Stücken: Bordüre, Ecke und einfarbige Grundfliese.
Die Farben stammen aus unserer Farbkarte mit 49 Farbtönen, MC1 bis MC49. Sie können Musterstücke anfordern, bevor Sie die ganze Menge bestellen; Lieferzeiten und Mindestmengen hängen vom Muster und von der Fläche ab: Fragen Sie in der Werkstatt nach. Den Ablauf beschreiben wir in unserem Beitrag über individuelle Fliesen, von der Idee bis zum Entwurf nach Maß.
Mit diesen Formaten wird ein alter Boden nachgebildet; das Format 20 × 20 cm war in allen Epochen das häufigste:
| Format | Ref. | Maße | Gewicht | Stück pro m² |
|---|---|---|---|---|
| Quadratisch | H03 | 20 × 20 × 1,5 cm | 1,30 kg | 25 |
| Quadratisch | H02 | 25 × 25 × 1,8 cm | 2,30 kg | 16 |
| Quadratisch | H04 | 15 × 15 × 1,5 cm | 0,79 kg | 45 |
| Achteckig | H31 | 20 × 20 × 1,5 cm | 1,14 kg | 25 |
| Einlegefliese | H07 | 7 × 7 × 1,5 cm | 0,25 kg | 205 |
| Sechseckig | H22 | 23 × 20 × 1,5 cm | 1,16 kg | 29 |
| Rechteckig | H13 | 20 × 10 × 1,5 cm | 0,62 kg | 50 |
| Sockelleiste | HR11 | 20 × 10 × 1,5 cm | 0,64 kg | 5 pro laufendem Meter |
Die selteneren Formate – Laghaz, Labrys, Diamante oder Stern und Kreuz der Zementfliese Chakar – finden Sie unter Spezielle Zementfliesen.


Alte Fliesen aus dem Rückbau, neue Fliesen oder keramisches Imitat?
Fliesen aus dem Rückbau bringen Patina und Echtheit mit, kommen aber in festen Posten, mit ungleichen Dicken und ohne Ersatzstücke. Die neue Zementfliese mit altem Muster ist dasselbe Material in derselben Technik, mit einheitlichen Maßen und Reservestücken. Keramik im „Zementfliesen-Look“ ist ein Druck auf Steinzeug.
| Kriterium | Zementfliese aus dem Rückbau | Neue Zementfliese | Keramisches Imitat |
|---|---|---|---|
| Material | Gepresster Zement, ungebrannt | Gepresster Zement, ungebrannt | Gebranntes Steinzeug mit aufgedrucktem Muster |
| Verfügbarkeit | Was der Abriss hergegeben hat | Katalog, Lager und Muster nach Maß | Industriell, unbegrenzt |
| Oberfläche | Matt mit Patina; Farbe mit Tiefe | Matt; Farbe mehrere Millimeter tief | Glasiert; das Muster ist ein Oberflächenfilm |
| Dicke | Über 2 cm; unregelmäßig | 1,5–1,8 cm; gleichmäßig | Dünn und rektifiziert |
| Ersatzstücke | Nur wenn der Posten welche enthält | Bordüren, Ecken, Sockelleisten und Reserve | Je nach Serie des Herstellers |
| Geeignet für | Denkmalgerechte Sanierung | Renovierungen mit altem Muster und Ersatzstücken | Pflegefreie Lösungen |
Ein weiteres Argument für die neue Fliese bei Bauvorhaben unter Bauleitung eines Architekten: Sie lässt sich prüfen. Die Zementfliese ist eine Betonplatte und wird nach UNE-EN 1339 geprüft, der spanischen Fassung der EN 1339, nicht wie Keramik. Unsere Fliese im Format 200 × 200 × 15 mm ist im Prüfbericht Nr. 9102 (Probenahme am 28. Mai 2024) dokumentiert, ausgestellt von Elabora, einem Labor, das im Register der Junta de Andalucía, der andalusischen Regionalregierung, unter der Nummer AND-L-155 eingetragen ist; Sie können ihn unter Laborprüfungen herunterladen. Eine Fliese von 1910 kann kein solches Dokument vorweisen.
Was unterscheidet alte, Vintage- und Retro-Fliesen?
Alt ist die Originalfliese aus den historischen Fabriken; Vintage die neue Fliese, die ein klassisches Muster wiedergibt; Retro der neue Entwurf im Stil der 1950er- bis 1970er-Jahre. Wer nach „Vintage-Zementfliesen“ sucht, will fast nie eine geborgene Fliese von 1920, sondern neue Fliesen mit altem Muster, gleichmäßig und mit Ersatzstücken.
Um einen alten Boden nachzubilden, eignen sich vor allem vier Kompositionen: Schachbrett in Schwarz-Weiß, achtzackige Sterne mit Bordüre, Achtecke mit Einlegefliesen und florale Fliesenteppiche im Jugendstil. Sie finden sie im Katalog der Zementfliesen, einen Teil der Modelle auch ab Lager. Und „Fliesen aus den 70ern“ sind fast nie Zementfliesen: In diesem Jahrzehnt wurde bereits Terrazzo verlegt, das stimmige Material, um einen Boden aus jener Zeit wiederherzustellen, wie wir in unserem Beitrag über hydraulischen Terrazzo, seine Geschichte und moderne Anwendungen erklären.


Häufige Fragen zu alten Zementfliesen
Wie reinigt man alte Zementfliesen, ohne sie zu beschädigen?
Mit lauwarmem Wasser, Neutralseife oder einem milden alkalischen Reiniger, einer Borstenbürste und mehrmaligem Nachspülen. Wachse, Lacke oder Kleber erfordern einen säurefreien Abbeizer, den Sie zuerst in einer Ecke testen. Verwenden Sie nie Salzsäure, Essig, Entkalker oder konzentrierte Chlorbleiche: Säure verätzt die Farbschicht, Chlorbleiche lässt die Pigmente verblassen.
Kann man alte Zementfliesen schleifen?
Ja, wenn an der Kante noch mehr als 2 mm Farbe sichtbar sind, die Fliesen fest haften und der Boden eben ist. Geschliffen wird nass mit immer feinerer Körnung, und jeder Durchgang verbraucht Farbe: Diese Reserve ist begrenzt. Nicht schleifen bei hohl liegenden Fliesen, bei aktiver Feuchtigkeit oder wenn gerade die Patina erhalten bleiben soll.
Wo kann man alte Zementfliesen kaufen?
Originalfliesen kauft man bei Händlern für Abbruchmaterial und historische Baustoffe, die gereinigte Posten nach Quadratmetern verkaufen, oder bei Privatleuten, die sie bei einer Renovierung ausbauen. Wenn Sie genug Quadratmeter, Ersatzstücke und passende Bordüren brauchen, ist die Alternative die neue Fliese mit demselben Muster.
Wie lange hält ein restaurierter alter Zementfliesenboden?
Jahrzehnte. Die Böden, die heute restauriert werden, sind seit 60 bis 130 Jahren in Gebrauch, und die Restaurierung schwächt die Fliese nicht: Sie reinigt und schützt sie. Wie lange er hält, hängt von der verbliebenen Farbschicht ab, von einer diffusionsoffenen Imprägnierung, die alle paar Jahre erneuert wird, und davon, dass die Feuchtigkeit aus dem Untergrund behoben ist.
Welche alten Fliesen gibt es außer der Zementfliese?
In spanischen Häusern finden sich mehrere nebeneinander: gebrannter Ton oder Terrakotta, porös und unglasiert; glasierte Keramikfliesen an Wandsockeln und Küchenrückwänden; Nolla-Mosaik aus sehr kleinen, bei hoher Temperatur gebrannten Steinzeugstücken; Terrazzo, also Zement mit Marmorzuschlag; und Naturstein. Jedes Material wird anders gereinigt und imprägniert.
Wenn Sie einen alten Zementfliesenboden haben, machen Sie drei Fotos bei Tageslicht – eine Gesamtansicht, ein Detail des Musters und die Kante einer gebrochenen Fliese – und schicken Sie sie uns über die Kontaktseite: Wir sagen Ihnen, ob sich eine Restaurierung lohnt, ob wir das Muster nachfertigen können oder welches Modell aus dem Katalog ihm am nächsten kommt.




