Was sind Zementfliesen? Zementfliese, hydraulische Fliese und Zementmosaikplatte sind verschiedene Namen für dasselbe Produkt: ein Stück aus eingefärbtem Zementmörtel, kalt gepresst und ohne Brennen ausgehärtet, dessen Muster aus den Farben des Materials selbst besteht. In Spanien begegnen Ihnen noch weitere Namen, von baldosa hidráulica bis rachola. Das Wort wechselt von Markt zu Markt; Material und Herstellung bleiben dieselben.
Sind Zementfliese, hydraulische Fliese und Zementmosaikplatte dasselbe?
Ja. Es handelt sich um denselben Bodenbelag, und die drei Namen werden in der Branche gleichbedeutend verwendet. Der Unterschied liegt in Region und Gewohnheit, nicht in der Technik: „Zementfliese“ ist der gängige deutsche Begriff, „hydraulische Fliese“ die wörtliche Übersetzung aus dem Spanischen, die vor allem in den Katalogen spanischer Hersteller steht, und „Zementmosaikplatte“ der historische Name, der in der Denkmalpflege bis heute verbreitet ist. In Spanien sprechen Kataloge und Baubeschreibungen von baldosa hidráulica, während losa und loseta in der Alltagssprache und in weiten Teilen Lateinamerikas nach wie vor sehr lebendig sind.
| Name | Wo er üblich ist | Nuance |
|---|---|---|
| Zementfliese | Im ganzen deutschen Sprachraum, in Handel und Planung | Der treffendste deutsche Name: Er nennt das Material, und die Fliese wird als Betonplatte geprüft, nicht als Keramik |
| Zementmosaikplatte | Historischer Name aus Gründerzeit und Jugendstil, heute vor allem in der Denkmalpflege | Kein Mosaik aus kleinen Steinchen, sondern dieselbe gepresste Zementplatte |
| Hydraulische Fliese / baldosa hidráulica | In Spanien der genormte Begriff, in Katalogen und Projekten; auf Deutsch in den Katalogen spanischer Hersteller | In Spanien der genaueste: Er steht in den Normen für Betonplatten. „Hydraulisch“ bezieht sich auf Presse und Zement, nicht auf Wasser |
| Losa / loseta hidráulica | Losa: Umgangssprache in ganz Spanien; loseta: Ostspanien (Levante), Katalonien und Lateinamerika | Auf der Baustelle bezeichnet losa auch eine tragende Stahlbetonplatte, was zu Verwechslungen führen kann; loseta, die Verkleinerungsform, deutet auf ein kleines Format hin, 20 × 20 cm oder kleiner |
| Rachola | Region Valencia und katalanischsprachige Gebiete | Hispanisierte Form des katalanischen rajola (Fliese); wird auch für andere Fliesen verwendet |
| Mosaico hidráulico | Andalusien und Lateinamerika | Betont, dass sich das Muster Fliese für Fliese zusammensetzt; es ist der historische Name des Handwerks |
Dass der Name wechselt, hat einen historischen Grund: Der Belag entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich und verbreitete sich im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Amerika unter dem jeweils ortsüblichen Namen. Diesen Weg können Sie in der Geschichte der Zementfliese nachverfolgen.
Woraus besteht eine Zementfliese?
Aus Zementmörtel, Gesteinskörnung und mineralischen Pigmenten, kalt gepresst und feucht nachbehandelt. Sie wird nicht gebrannt: Sie bindet ab. Das unterscheidet sie von jeder Keramikfliese und erklärt ihr mattes Aussehen und ihre steinähnliche Haptik.
Die Fliese wird in zwei Schichten hergestellt. Die obere, wenige Millimeter stark, ist die Nutzschicht: Sie enthält weißen Zement, Marmormehl und die Pigmente, die das Muster bilden; diese werden von Hand in eine Schablone gegossen – die Metallform, die die einzelnen Farben voneinander trennt. Darunter kommt die graue Mörtelschicht, die der Fliese Körper und Festigkeit gibt. Das Ganze wird gepresst und anschließend nachbehandelt.
Die wichtigste praktische Folge ist, dass das Muster aus dem Material selbst besteht und weder aufgedruckt noch aufglasiert ist: Es ist so dick wie die Nutzschicht und verschwindet weder durch Abnutzung noch durch Schleifen. Den gesamten Ablauf Schritt für Schritt beschreibt unser Ratgeber zur Herstellung von Zementfliesen.


Welche technischen Eigenschaften hat eine Zementfliese?
Sie ist eine Betonplatte und wird deshalb nach UNE-EN 1339 geprüft, der spanischen Fassung der europäischen Norm EN 1339, nicht nach den Keramiknormen. Wer beide Regelwerke vermischt, vergleicht Zahlen, die sich nicht vergleichen lassen: Von einer Zementfliese die Klassifizierung eines Feinsteinzeugs zu verlangen, ergibt keinen Sinn, weil weder das Material noch das Prüfverfahren übereinstimmen.
Bei Demosaica veröffentlichen wir die vollständigen Laborprüfberichte von Elabora (unter Nr. AND-L-155 im Register der Prüflabore der Junta de Andalucía, der andalusischen Regionalregierung, eingetragen) mit Nummer, Datum und angewandtem Verfahren. Das sind die Werte, die das Material einordnen:
| Kennwert | Messwert | Produkt und Norm |
|---|---|---|
| Rutschfestigkeit (Rd, Pendel) | PTV 59,5 nass → Klasse 3 | Hydraulischer Terrazzo 20 × 20 cm · UNE 41901:2017 EX · Prüfbericht Nr. 4718 |
| Wasseraufnahme | 5,9 – 6,2 % | Hydraulischer Terrazzo 20 × 20 cm · UNE-EN 13748-1 |
| Geprüftes Format der Zementfliese | 200 × 200 × 15 mm | Zementfliese · UNE-EN 1339:2004 · Prüfbericht Nr. 9102 |
Klasse 3 ist die höchste Stufe der Skala, die die spanische Bauordnung (CTE) in ihrem Basisdokument DB-SUA 1 festlegt, und die Klasse, die sie für Außenbereiche, Schwimmbäder und Duschen verlangt. Gemessen wurde sie an hydraulischem Terrazzo, dem Material, das der Zementfliese in unserem Sortiment am nächsten kommt; den vollständigen Prüfbericht der Zementfliese können Sie auf der Seite Laborprüfungen herunterladen. Wenn Sie eine Position im Leistungsverzeichnis gegenüber der Bauleitung begründen müssen, nennen Sie den Prüfbericht mit seiner Nummer statt eines allgemeinen Werts.
Welche Maße und Formate gibt es?
Das klassische Format ist das Quadrat von 20 × 20 cm, doch die Fliese wird auch in Quadraten von 10 bis 25 cm, als Rechteck, Sechseck, Achteck und in mehreren ineinandergreifenden Formen gefertigt. Gewicht und Stückzahl pro Quadratmeter bestimmen sowohl das Budget als auch die Materialberechnung:
| Format | Ref. | Maße | Gewicht pro Stück | Stück pro m² |
|---|---|---|---|---|
| Quadrat | H02 | 25 × 25 × 1,8 cm | 2,30 kg | 16 |
| Quadrat (klassisch) | H03 | 20 × 20 × 1,5 cm | 1,30 kg | 25 |
| Quadrat | H06 | 10 × 10 × 1,5 cm | 0,35 kg | 100 |
| Rechteck | H11 | 30 × 15 × 1,6 cm | 1,45 kg | 23 |
| Sechseck | H22 | 23 × 20 × 1,5 cm | 1,16 kg | 29 |
| Einlegefliese | H07 | 7 × 7 × 1,5 cm | 0,25 kg | 205 |
Die vollständige Tabelle mit allen Formaten und ihren Referenzen finden Sie unter unseren Zementfliesenformaten. Jedes Muster aus dem Katalog können Sie in den Farben der Farbkarte MC1–MC49 bestellen; so lässt sich ein altes Modell an eine heutige Farbpalette anpassen.
Welche echten Vorteile hat sie gegenüber anderen Bodenbelägen?
- Das Muster nutzt sich nicht ab. Es steckt in der Masse der Nutzschicht und ist nicht aufgedruckt. Ein Boden von 1920 lässt sich durch Schleifen wiederherstellen: Dasselbe Muster kommt wieder zum Vorschein, schärfer als zuvor.
- Sie lässt sich Stück für Stück reparieren. Da sie mit minimaler Fuge verlegt wird, kann man eine gebrochene Fliese austauschen, ohne den übrigen Boden aufzunehmen.
- Individuelles Design ohne Industrieform. Die Schablone wird von Hand gefertigt; deshalb kann man ein altes Muster nachbilden oder ein neues entwerfen, ohne an die Mindestserien der Industriekeramik gebunden zu sein.
- Sie ist kühl und stabil. Zementmörtel hat eine hohe Wärmespeicherfähigkeit: Er hält im Sommer kühl und eignet sich für Fußbodenheizung.
- Relativ leicht. Ein Quadratmeter im Format 20 × 20 cm wiegt etwa 32 kg und ist in der Sanierung ohne statische Verstärkung zu bewältigen.
Und zwei Grenzen, die Sie vor der Entscheidung kennen sollten: Sie ist ein poröses Material und braucht deshalb vom ersten Tag an eine Imprägnierung, und sie wird ungeschliffen geliefert, mit den Toleranzen eines handgefertigten Produkts. Beides ist kein Mangel, verändert aber die Art, wie man sie verlegt und pflegt.
Wo kann man sie verlegen und welche Pflege braucht sie?
Innen und außen, auf Boden und Wand. In der Wohnung eignet sie sich für alle Räume, Küche und Bad eingeschlossen; im Außenbereich für Innenhöfe, Terrassen und Veranden, immer mit passendem Gefälle und geeigneter Imprägnierung. In stark begangenen Bereichen sollte man Format und Oberflächenschutz sorgfältig wählen, statt das Material auszuschließen.


Die Pflege ist einfach, folgt aber eigenen Regeln: keine Säuren, keine Chlorbleiche, nur Wasser und Neutralseife, dazu in regelmäßigen Abständen ein neuer Auftrag der wasser- und ölabweisenden Imprägnierung. Die Einzelheiten finden Sie im Ratgeber zur Pflege von Zementfliesenböden, die besonderen Bedingungen im Freien im Beitrag über Zementfliesen in Innenhöfen und auf Terrassen. Für die Verlegung – Einmessen, Buttering-Floating, Verfugen und Imprägnieren – lesen Sie unsere Anleitung zum Verlegen von Zementfliesen.
Häufige Fragen zu Zementfliesen
Sind hydraulische Fliesen und Zementfliesen dasselbe?
Ja. „Hydraulische Fliese“ ist die wörtliche Übersetzung der spanischen baldosa hidráulica, „Zementmosaikplatte“ der historische Name; beide meinen dasselbe Stück wie „Zementfliese“. Das Adjektiv „hydraulisch“ hat nichts mit Wasser im Gebrauch zu tun: Es kommt von der hydraulischen Presse und dem hydraulischen Zement, mit denen die Fliese hergestellt wird.
Warum heißen sie hydraulisch, wenn sie nicht wasserdicht sind?
Wegen des Herstellungsverfahrens, nicht wegen ihres Verhaltens gegenüber Wasser. Sie werden in einer hydraulischen Presse verdichtet und binden mit hydraulischem Zement ab, der bei Kontakt mit Wasser erhärtet. Tatsächlich ist das Material porös – es nimmt Wasser auf –, und deshalb wird es nach dem Verlegen immer imprägniert.
Was ist der Unterschied zwischen Zementfliese und Terrazzo?
Beides sind Betonplatten, doch Terrazzo enthält sichtbare Marmorkörnung, und seine Optik entsteht aus der Körnung selbst, während das Muster der Zementfliese von Hand mit Pigmenten gestaltet wird. Beide Materialien können Sie auf der Seite Terrazzo vergleichen.
Kann man Zementfliesen im Außenbereich verlegen?
Ja, unter zwei Bedingungen: Die Entwässerung muss so gelöst sein, dass sich kein Wasser staut, und die Imprägnierung muss in mehreren Schichten aufgetragen und mit der Zeit erneuert werden. In Gegenden mit häufigem Frost ist der Frost-Tau-Wechsel zu bedenken, denn das Wasser in den Poren sprengt die Fliese, wenn es gefriert.
Wie viele Fliesen brauche ich pro Quadratmeter?
Das hängt vom Format ab: 25 Stück beim klassischen 20 × 20 cm, 16 beim 25 × 25 cm und 100 beim 10 × 10 cm. Dazu kommt ein Zuschlag für Verschnitt, der größer ausfällt, wenn diagonal oder mit umlaufender Bordüre verlegt wird.
Werden Zementfliesen heute noch von Hand gefertigt?
Ja. Sie werden nach wie vor Stück für Stück mit Schablone und Presse hergestellt, genau wie vor hundert Jahren. In unserer Werkstatt in Sevilla fertigen wir historische Muster nach und entwerfen neue; sofort lieferbare Modelle finden Sie unter Zementfliesen ab Lager.
Wenn Sie beim Material sicher sind, geht es im nächsten Schritt darum, Dekor und Farbe auszuwählen: Im Katalog der hydraulischen Fliesen finden Sie alle Modelle, und von dort aus können Sie Musterfliesen bestellen, um sie im Licht Ihres eigenen Zuhauses zu sehen, bevor Sie sich entscheiden.




